Warum ich jetzt (auch) damit anfange, jeden Tag zu schreiben.

Seit einigen Jahren möchte ich einen eigenen Blog und auch einen eigenen Podcast betreiben. Ein paar Artikel habe ich bisher zwar veröffentlicht, aber ehrlicherweise war das viel zu wenig. Auch wenn ich mir immer wieder vorgenommen habe zu schreiben und mir auch Zeit dafür eingeplant hatte, passiert ist nicht viel.

Es ist ja nicht so, dass ich ein fauler Hund wäre und lieber bei Netflix irgendwelche Serien schaue. Ganz im Gegenteil.

Rückblickend würde ich sagen, dass im Wesentlichen zwei Faktoren, abgesehen von mangelnder Disziplin, dafür gesorgt haben, dass auf meinem Blog nicht wirklich viel passiert ist.

Meine Zeitplanung hat mein Schreiben verhindert

Zu allererst waren die eingeplanten Zeiten (timeboxes) zum Schreiben nicht konsequent genug geplant. Ich habe das Schreiben immer dann eingeplant, wenn im Kalender etwas frei war. Es gab keine regelmäßigen Zeiten. Ich habe auch keine Rücksicht auf mein Kreativitäts- und Energieniveau genommen. Böser Fehler.

So kam, was kommen musste. Entweder war etwas anderes viel wichtiger und musste genau in diesem Moment erledigt werden. Oder, was sich noch viel schlimmer anfühlte: wenn ich mich dann zum Schreiben hingesetzt hatte, war ich entweder zu platt oder zu abgelenkt, etwas sinnvolles „zu Papier“ zu bringen. Das war dann meist noch frustrierender, als gar nicht erst die Zeit haben, etwas zu schreiben.

Wer soll das denn dann lesen und warum?

Der nächste, vielleicht sogar wichtigere Blocker war mein Perfektionismus. Oder genauer gesagt, mein gefühltes Impostor-Syndrom.

Es fing schon mit der Themenfindung an. Wenn ich eine Idee zu einem Thema hatte, kamen freudestrahlend die Selbstzweifel angerannt. Darf ich überhaupt darüber schreiben? Würde das jemand lesen wollen? Wen interessiert das denn?

Natürlich hatte ich zwischendurch auch echt tolle Ideen (meiner Meinung nach zumindest). Ich habe mir dann auch schon im Auto, unter der Dusche oder zwischen zwei Terminen ausgemalt, was ich dazu alles schreiben könnte. Leider kam es fast nie dazu, dass ich überhaupt geschrieben habe. Siehe hierzu auch Punkt 1: Es gab keine festen Zeiten für mich, wo ich schreiben wollte und konnte.

Und nun?

Genug der Rechtfertigung und Lamentiererei.

Jetzt wird geschrieben. Jeden Tag, zumindest Montag bis Freitag.

Warum soll das denn jetzt funktionieren, wenn es die letzten Jahre nicht geklappt hat?

Weil ich jetzt anders an das Thema heran gehe.

Mein guter Freund und Geschäftspartner Martin hat mir kürzlich einen Link zu einem Blogbeitrag geschickt, wo der Autor über seine 100 Tage Schreibchallenge und was es mit ihm gemacht hätte, schrieb1.

Der Autor hat sich in einem Selbst-Experiment verpflichtet, für 100 Tage jeweils einen Blog-Artikel zu veröffentlichen. Jeden Tag. Montag bis Sonntag.

Das, meiner Meinung nach, wichtigste Learning von ihm war das feste Einplanen der Schreibzeit. So banal wie es klingt, so mächtig ist es allerdings. Bis auf wenige Ausnahmen, schrieb er immer zur gleichen Zeit. Er hat sich und seinen Geist daran gewöhnt, zu schreiben. Er hat eine Gewohnheit, ein Habit daraus gemacht.

Außerdem hat er sich darauf konzentriert einen Artikel zu posten, auch wenn er nicht perfekt war. Er hat sich kleine Themen gesucht, oder von seinen Freunden geben lassen. Somit wusste er auch immer direkt, wen er anspricht und für wen er den Artikel schreibt.

So wie er von Seth Godin inspiriert wurde, wurde ich von ihm inspiriert und mache meine eigene Challenge. Mir ist es wichtig, dran zu bleiben, weshalb ich es mir auch nicht zu schwer machen möchte. Ich schreibe jeden Tag von Montag bis Freitag. Ich schreibe auch kleine Artikel, möchte diese nicht perfekt machen und frage meine Freunde nach Themenwünschen.

Für mich geht es um das Schreiben als solches. Ich werde nicht jeden Tag hier an dieser Stelle etwas posten. Bei Qubidu wollen wir unseren Blog auch auf Vordermann bringen und außerdem möchte ich endlich mein erstes Buch fertigstellen. Eine meine Herausforderungen wird deshalb sein, meine Schreibzeit, die ab heute jeden Tag, um die gleiche Uhrzeit fest eingeplant ist, auf diese drei Themen zu verteilen.

Wünscht mir Glück und Durchhaltevermögen und schickt mir sehr gern Feedback. Wie findet Ihr meine Artikel? Was würdet Ihr gern lesen? Schreibt Ihr selbst auch und wie motiviert Ihr Euch?

Vielen Dank für Euren Support.

 

  1. https://dev.to/fgauna12/i-wrote-a-daily-blog-post-for-100-days-here-s-what-happened-3673 ↩︎