Klartext Podcast

Im Gespräch bei fokus KI: KI in Unternehmen einführen

Podcast-Auftritt bei fokus KI über KI-Transformation im Mittelstand: Warum unternehmerische Klarheit vor Tools kommt, wie Führungsverantwortung aussieht und weshalb Tool-Wildwuchs ein Governance-Problem ist. 59 Minuten Klartext über die echten Herausforderungen der KI-Einführung.

von Ingolf Christian Ernst 31.1.2026

fokus KI Podcast

Stefan Ponitz und Ronny Siegel haben mich zu „fokus KI” eingeladen, weil die KI-Diskussion im Mittelstand an einem Wendepunkt steht: Überall wird experimentiert, Tools werden getestet, Budgets fließen – aber die Ergebnisse bleiben aus. Warum?

Weil die meisten Unternehmen mit der falschen Frage starten.

Sie fragen: „Welches KI-Tool sollen wir nutzen?”
Statt: „Was wollen wir eigentlich erreichen?”

Im 59-minütigen Gespräch geht es nicht um die neuesten Features von ChatGPT oder Claude. Es geht um die Frage vor der Frage. Um unternehmerische Klarheit. Um die Erkenntnis, dass KI-Transformation kein IT-Projekt ist – sondern ein Führungsthema.

Meine zentrale These: Klarheit schlägt Komplexität. Immer.

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Die Episode ist auf allen gängigen Podcast-Plattformen verfügbar:

Die 5 Kernerkenntnisse

1. Klarheit schlägt Komplexität

Bevor Sie Tools evaluieren, brauchen Sie unternehmerische Klarheit: Was soll anders werden? Welches Problem lösen wir?

2. Führungsverantwortung ist nicht delegierbar

KI-Einführung kann nicht an die IT delegiert werden. Die Geschäftsführung muss den Rahmen setzen.

3. Content-Generierung vs. echte Digitalisierung

Viele Unternehmen verwechseln KI-generierte Texte mit Digitalisierung. KI ist ein Katalysator – aber nur, wenn die Basis stimmt.

4. Tool-Wildwuchs ist Symptom, nicht Ursache

Wenn in jedem Team andere Tools laufen, fehlt Governance. Das Problem ist nicht die Vielfalt, sondern fehlende Entscheidungskriterien.

5. KI-Teams brauchen Mandat und Freiraum

Experimentieren ohne Strukturen führt zu Frustration. Erfolgreiche Unternehmen bauen KI-Teams mit klarem Mandat, Zeit und Budget auf.

Die wichtigste Verantwortung liegt auf der obersten Leitungsebene. Der Unternehmer an sich sollte mit einer Vision, mit einem klaren Führungsfokus den Weg und die Geschicke seines Unternehmens bestimmen. Das ist ganz klar eine Führungsaufgabe von ganz oben.

Ingolf Christian Ernst, im fokus KI Podcast

Führungsverantwortung – warum KI Chefsache ist

„Die wichtigste Verantwortung liegt auf der obersten Leitungsebene”, stelle ich im Gespräch klar. Das ist keine Floskel, sondern eine harte Realität: KI-Transformation ist Führungsaufgabe.

Warum?

Weil KI nicht nur ein Tool ist. Sie verändert Geschäftsmodelle, Prozesse, die Art wie Teams arbeiten. Wer das an die IT delegiert, bekommt vielleicht eine technische Lösung – aber keine strategische Transformation.

Stefan fragt mich: „Wer trägt in mittelständischen Unternehmen die Verantwortung für KI?” Meine Antwort: Der Unternehmer. Derjenige, der das Risiko trägt. Der „Skin in the Game” hat.

Das heißt nicht, dass Geschäftsführer*innen selbst prompt engineering lernen müssen. Aber sie müssen die Vision setzen:

  • Was soll KI in unserem Unternehmen leisten?
  • Wo setzt sie an: Effizienz, Geschäftsmodell, Kundenerlebnis?
  • Welche Bereiche priorisieren wir?

Die IT kann unterstützen – Lizenzen verwalten, Schulungen organisieren, technische Infrastruktur bereitstellen. Aber die strategische Entscheidung, wohin die Reise geht, muss von ganz oben kommen.

Inhabergeführte Unternehmen haben hier einen Vorteil: Kurze Entscheidungswege, klare Verantwortlichkeiten, unternehmerisches Denken. Genau deshalb konzentriere ich mich auf den Mittelstand.

Die größte Herausforderung für Unternehmer ist, trotzdem den Raum zu öffnen, die Freiheit den Mitarbeitern zu geben, mit diesen Technologien zu experimentieren, auch Raum für Fehler zu erlauben.

Ingolf Christian Ernst, im fokus KI Podcast

Die Frage vor der Frage – warum Klarheit Tools schlägt

Die meisten Unternehmen starten mit KI, indem sie ChatGPT ausprobieren. Sie prompten, experimentieren, bekommen Ergebnisse – und wissen nicht, was sie damit anfangen sollen. Warum? Weil die Zielfrage fehlt.

Im Podcast sprechen wir über dieses Muster:

  1. Marketing testet ChatGPT für Social-Media-Posts
  2. Vertrieb nutzt Perplexity für Recherchen
  3. IT experimentiert mit lokalen Modellen
  4. Alle machen „irgendwas mit KI”

Das Ergebnis: Wildwuchs. Keine Standards, keine Auswertbarkeit, keine strategische Richtung.

Die Lösung ist unternehmerische Klarheit:

  • Was soll am Ende anders sein?
  • Warum setzen wir KI ein? (Effizienz? Neue Geschäftsmodelle? Kundenerlebnis?)
  • Wo liegt der größte Hebel?

Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, macht die Tool-Auswahl Sinn. Dann wissen Sie nämlich, wonach Sie suchen.

Ronny ergänzt im Gespräch ein schönes Beispiel: Saisonale Banner-Anpassung mit KI. Klingt simpel – aber strategisch gedacht: Wie halte ich visuelles Branding konsistent, während ich Content dynamisiere? Das ist die Frage dahinter.

Wie ist dein Geschäftsmodell aktuell von KI berührt, wenn auf einmal dein Geschäftsmodell durch KI leichter unter Beschuss gerät?

Ingolf Christian Ernst, im fokus KI Podcast

KI ist kein Reparatur-Tool – erst Basis schaffen, dann transformieren

Es wird leider an vielen Stellen unterschätzt, was mit KI in Zukunft auf uns zurollt. Vielen Unternehmern wird gar nicht klar, was das eigentlich bedeutet für ihr Unternehmen, aber auch gesellschaftlich.

Ingolf Christian Ernst, im fokus KI Podcast

Das ist einer der härtesten Realitäts-Checks im Gespräch.

Stefan und ich diskutieren: Wo endet normale Digitalisierung, und wo beginnt KI?

Die Antwort: KI verstärkt. Sie repariert nicht.

Wenn Ihre Prozesse manuell sind, Ihre Daten in Excel-Listen liegen, Ihre Systeme nicht miteinander sprechen – dann hilft KI nicht. Sie macht es schlimmer.

Beispiel aus der Praxis:
Ein Unternehmen will ChatGPT für Kundenkommunikation nutzen. Problem: Die Kundendaten liegen in drei verschiedenen Systemen. Keine Schnittstellen. Keine Struktur.

Was passiert? Die KI generiert zwar Texte – aber ohne Kontext, ohne Relevanz, ohne echten Mehrwert.

Der richtige Weg:

  1. Bestandsaufnahme: Welche Prozesse sind bereits digital?
  2. Basis schaffen: Daten strukturieren, Schnittstellen bauen, Workflows definieren
  3. Dann KI: Gezielt dort einsetzen, wo sie echten Hebel bietet

KI ist ein Katalysator. Sie beschleunigt, optimiert, ermöglicht Neues. Aber sie braucht eine Basis, auf der sie wirken kann.

Ich würde diese Software-Evaluierung immer gestützt und mit klaren Testszenarien machen. Was will ich eigentlich testen, was ist das gewünschte Ergebnis und wie ist der Bewertungskatalog.

Ingolf Christian Ernst, im fokus KI Podcast

Tool-Governance – Freiraum mit Leitplanken

Vor 1-2 Jahren hatte ich noch so das Gefühl, man überschaut das noch. Inzwischen kenne ich 50% der Tools gar nicht mehr, weil man überhaupt keine Zeit mehr hat, das alles auszutesten.

Stefan Ponitz, im fokus KI Podcast

Stefan bringt es auf den Punkt. Die Tool-Landschaft explodiert. Und damit auch das Chaos in Unternehmen.

Das Problem:

  • Marketing nutzt ChatGPT
  • Vertrieb schwört auf Perplexity
  • IT experimentiert mit lokalen Modellen
  • Design testet Midjourney
  • Jeder macht sein Ding

Das Resultat:
Keine Standards. Keine Dokumentation. Keine Lerneffekte. Keine Skalierung.

Die Lösung: KI-Governance

Das heißt nicht: Top-Down-Verbote. Das heißt nicht: „Nur noch ChatGPT”.

Das heißt:

  1. KI-Team etablieren mit klarem Mandat
  2. Freiraum zum Experimentieren geben
  3. Dokumentationspflicht einführen (Was wurde getestet? Was funktioniert?)
  4. Standards ableiten aus Erfahrungen
  5. Regelmäßige Reviews und Anpassungen

Wenn es um den Kern deiner Wertschöpfung geht, dann plädiere ich dafür, diese Kompetenz im Haus aufzubauen, und nicht einfach nur komplett auszulagern.

Ingolf Christian Ernst, im fokus KI Podcast

Ich spreche im Podcast von „Mitarbeitern Freiraum schaffen, sich mit KI zu beschäftigen”. Ronny ergänzt genial:

Was gibt es denn Geileres heutzutage, als wirklich zu sagen: Nutzt die KI, automatisiert und digitalisiert schneller – dann haben eure Mitarbeiter die Zeit, sich mit KI zu beschäftigen.

Ronny Siegel, im fokus KI Podcast

Das ist der Kreislauf:

  • KI spart Zeit
  • Zeit wird für KI-Experimente genutzt
  • Experimente führen zu besseren Lösungen
  • Bessere Lösungen sparen mehr Zeit

Aber: Ohne Struktur wird daraus Wildwuchs. Das KI-Team sorgt dafür, dass Learnings geteilt werden, dass Best Practices entstehen, dass Innovation nicht im Chaos endet.

Über fokus KI

fokus KI ist der Podcast für KI in Marketing und Vertrieb. Stefan Ponitz und Ronny Siegel sprechen alle zwei Wochen mit Experten über praxisnahe KI-Anwendungen, Tools und Strategien für KMUs.

Die Hosts:

Podcast-Website: fokus-ki.de

Du möchtest herausfinden, wie KI strategisch in deinem Unternehmen funktionieren kann? Nicht als Tool-Chaos, sondern mit klarer Richtung? Buche hier dein 30-Minuten-Klarheitsgespräch.

Tags: #Führung#KI-Strategie#KI#Digitalisierung#KI-Implementierung

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